Manualmedizinische Kinderbehandlung

Die Behandlung von Kindern nimmt im Gesamtkonzept der Manuellen Medizin eine Sonderstellung ein. Beim Kind variieren diagnostisches und therapeutisches Vorgehen in Abhängigkeit von Alter, Reifezustand und mentaler Entwicklung. Wir  unterscheiden zwischen Kindern mit Bewegungsauffälligkeiten durch Erkrankungen des Gehirns und Kindern mit gestörter Bewegungsentwicklung ohne Nachweis einer neurologischen Grunderkrankung. Die Behandlung erfordert spezielle Kenntnisse sowie spezifische Untersuchungs- und Behandlungstechniken, weshalb hierfür nach der Ausbildung zur Manuellen Medizin die weitere Zusatzausbildung Manuelle Medizin für Säuglinge und Kinder erforderlich ist. Eine weitere Spezifizierung in dem Gesamtkonzept der manualmedizinischen Kinderbehandlung stellt die Atlastherapie nach Arlen für Säuglinge und Kinder dar. Diese Ausbildungen habe ich 2000 abgeschlossen und arbeite seitdem mit großer Freude mit Säuglingen und Kindern in meiner Praxis.

Säuglinge und Kleinkinder

Ein Schwerpunkt meiner Arbeit umfasst die manualmedizinische Entwicklungsdiagnostik der sensomotorisch / neuroorthopädischen Systeme auch im Rahmen der sogenannten „KISS“ Problematik = Kopfgelenks induzierte Symmetriestörung, auch Tonusasymmetrie Syndrom oder Lageasymmetrie genannt, dar. 
Nicht selten sind Gelenkfunktionsstörungen insbesondere der Halswirbelsäule bei Säuglingen Folgen oder auch Ursache von Schädelasymmetrien

Bitte bringen Sie zur Untersuchung das gelbe Vorsorgeuntersuchungsheft, sowie (falls vorhanden) einige aussagekräftige Fotografien Ihres Kindes mit. Dies erleichtert die Anamnese- und Befunderhebung.

Vorschul- und Schulkinder (ab 4 Jahre)

Die Kleinen haben sich bis zum 4. Lebensjahr in der Grob- und Feinmotorik gefestigt. Jetzt wird die Gesamtentwicklung mit Schwerpunkt der koordinativen Fähigkeiten beurteilt. Fallen Koordinationsschwächen auf leistet die Manuelle Medizin und die Atlasfunktionsdiagnostik eine wichtige Diagnostik und Therapiemöglichkeit bei Vorliegen von Funktionsstörungen und Schmerzen des Bewegungsapparates.              

Um die feinmotorischen Fähigkeiten zu dokumentieren, ist eine freihändig gezeichnete Haus-Baum-Mensch-Zeichnung (ohne Unterstützung) hilfreich. Auch Schriftproben z.B. im Deutsch- & Matheheft sind nützlich. 

Falls Ihr Kind schon eine Therapie durchlaufen hat oder gerade erhält (Logopädie, Ergotherapie, Physiotherapie) ist ein kurzer Befundbericht hilfreich.  Auch Einschätzungen von den LehrerInnen oder ErzieherInnen können sehr aufschlussreich sein. Auch bei den Klein- und Schulkindern interessieren Babyfotos.

Wichtiger Hinweis

Das u.g. Konzept der Kopfgelenk-Induzierten Symmetriestörung (KISS, bei älteren Kindern KIDD genannt), soll auf den Zusammenhang von Wirbelsäulenfehlfunktionen und Abweichungen von der normalen Säuglings- und Kleinkindentwicklung hinweisen. Dieses wird in der Wissenschaft in ihrer Bedeutung und Tragweite nicht einheitlich beurteilt. Die Therapie der Manuellen Medizin wird in der Wissenschaft ebenso nicht einheitlich gesehen. Auch liegt diesbezüglich noch keine randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudie vor, wie es die höchstrichterliche Rechtsprechung für gesundheitliche Wirkaussagen erfordert.